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Singapore GP

FIA erklärt Singapur zum Hitzerennen – am Sonntag drohen Gewitter

Das Sprintwochenende erhöht die körperliche Belastung in Marina Bay. Mögliche Gewitter rücken nach Malaysia zudem die Softwarekorrektur der FIA wieder in den Fokus.

By Eleanor Hartley
Singapore GP
FIA erklärt Singapur zum Hitzerennen – am Sonntag drohen Gewitter

Die FIA hat für den Grand Prix von Singapur offiziell eine Hitzegefahr festgestellt. Damit greifen die Bestimmungen zur Fahrerkühlung – an einem Wochenende, an dem tropische Bedingungen und der dicht gedrängte Sprintzeitplan die Herausforderung in Marina Bay zusätzlich verschärfen könnten.

Unmittelbar nach den strapaziösen Bedingungen in Malaysia verspricht Singapur den Fahrern selbst unter Flutlicht kaum Entlastung. Zugleich sorgen mögliche Gewitter am Sonntag nach dem gestörten Rennauftakt in Sepang für zusätzliche Bedenken.

Bestimmungen zur Fahrerkühlung greifen auch in Marina Bay

Rennleiter Rui Marques bestätigte die Einstufung, nachdem der offizielle Wetterdienst der FIA vorhergesagt hatte, dass der Hitzeindex während des Rennens am Sonntag zeitweise über 31.0°C liegen werde. Damit wird Artikel B1.5.10 des Formula 1-Reglements wirksam.

Diese Unterscheidung ist wichtig: Maßgeblich ist der Hitzeindex und nicht allein die Lufttemperatur. Die hohe Luftfeuchtigkeit in Singapur erhöht die körperliche Belastung auf dem anspruchsvollen Stadtkurs zusätzlich.

Die zur Saison 2025 eingeführten Bestimmungen erlauben den Teams den Einsatz von Kühlsystemen für die Fahrer. Deren Nutzung bleibt allerdings freiwillig. Fahrzeuge ohne das System müssen stattdessen 5kg Ballast mitführen, um einen Gewichtsvorteil zu verhindern.

In dieser Saison wurde bereits für Austria, Monza und Malaysia eine Hitzegefahr festgestellt. Singapur setzt damit eine Reihe von Veranstaltungen fort, bei denen die Bedingungen im Cockpit neben Reifentemperaturen und Fahrzeugleistung zu einem wichtigen Faktor in der Einsatzplanung geworden sind.

Die praktischen Grenzen zeigten sich in Sepang: Dort sollten die Mercedes-Fahrer George Russell und WM-Spitzenreiter Andrea Kimi Antonelli ohne Kühlwesten antreten, weil das Team innerhalb seines Budgets unter der Kostendeckelung Fahrzeugupdates priorisiert hatte.

Dieser Bericht bezog sich auf Malaysia und bestätigte nicht die Einsatzplanung von Mercedes für Singapur. Er verdeutlicht aber, warum die Freigabe von Kühlsystemen nicht automatisch bedeutet, dass jeder Fahrer davon profitiert, sobald die entsprechenden Bestimmungen greifen.

Sprintformat erhöht die Belastung

Singapur bildet als 17. Lauf der Weltmeisterschaft den Abschluss eines Tripleheaders. Vor dem Sprint-Qualifying am Freitag steht nur ein einziges freies Training zur Verfügung. Am Samstag folgen der Sprint und das Qualifying für den Grand Prix.

Die am 7. Oktober veröffentlichte Prognose von Formula1.com erwartete für Freitag Streckentemperaturen von etwa 55–56°C, bevor diese zur Session am Abend deutlich sinken sollten. Zwischen dem Training und dem ersten Wettbewerbseinsatz würden sich die Bedingungen damit erheblich verändern.

Am Samstag findet außerdem Singapurs erster Sprint statt. Das Rennen über 21 Runden bringt einen zusätzlichen Renneinsatz an einem Wochenende, das ohnehin von hoher Luftfeuchtigkeit, Bodenwellen und einer Streckenführung geprägt ist, die den Fahrern anhaltende Konzentration abverlangt.

Auch Williams wies in seiner Wettervorschau darauf hin, dass im Oktober die Südwestmonsunzeit in Singapur endet. In dieser Phase können sich nachmittags und abends heftige Gewitter entwickeln, weshalb präzise Vorhersagen für die einzelnen Sessions über das gesamte Wochenende besonders wichtig sind.

Regen würde nach Sepang erneut Fragen aufwerfen

In Sepang offenbarte die extrem langsame Fahrt hinter dem Safety Car ein unerwartetes Softwareproblem der FIA. Der spätere Sieger Max Verstappen erlitt einen Leistungsverlust, bevor Lewis Hamilton stehen blieb und weitere Fahrzeuge ähnliche Schwierigkeiten bekamen.

Die Teams mussten eine kurzfristig bereitgestellte Softwarekorrektur herunterladen, bevor das Rennen fortgesetzt werden konnte. Damit ist das Wetter am Sonntag nicht nur für Reifenwahl und Sichtverhältnisse relevant, sondern auch für die Systeme, die den Fahrbetrieb unter diesen ungewöhnlichen Bedingungen steuern.

Für Singapur steht die Einstufung als Hitzerennen bereits fest. Angesichts der noch unsicheren Regenprognose bereiten sich die Teams zugleich darauf vor, zum Start des Grand Prix möglicherweise vor einer ganz anderen Herausforderung zu stehen.

Die Zahlen

Marina Bay Street Circuit

Vollständiges Profil
Länge (km)
4.940
Kurven
19
Rennrunden
62
Erster Grand Prix
2008
  • Rundenrekord: 1:34.486 von Daniel Ricciardo (2025).
  • Sieger hier 2025: George Russell (Mercedes).

MercedesSaison 2026

Vollständiges Profil
Meisterschaft
P1
Punkte
556
Siege
11
Podeste
21
Weltmeistertitel
9
  • 21 Podestplätze in 16 Rennen dieser Saison.
  • Bestes Saisenergebnis: P1 beim Belgian Grand Prix.